PROJEKTE

DIE KONSERVIERUNG EINER DAGUERROTYPIE VON 1848

Zustandsbeschreibung

Vor der Planung der konservatorischen Maßnahmen ist die genaue Beobachtung und Einschätzung des Erhaltungszustands notwendig. Das Deckglas der Daguerrotypie ist stark korrodiert, die Versiegelung fast vollständig gelöst. Auf der Oberfläche sind durch Glaskorrosion hervorgerufene Abbauprodukte der Kupferplatte zu erkennen. Darüber hinaus ist die Daguerrotypie in einem sehr guten Zustand. Der Bildinhalt ist sehr klar erkennbar. Hervorzuheben ist die besondere Feinheit der Details. Auf dem Passepartout sind in der linken unteren Ecke braune Klebstoffrückstände zu erkennen. Der rückseitig verwendete Karton ist bereits deutlich verändert, was auf ein wenig stabiles Papier schließen lässt.

Durchgeführte Maßnahmen

Nach dem Öffnen der Versiegelung wurden die Reste einer Umrandung abgelöst und gesichert. Danach folgte die Trockenreinigung der Papieroberflächen mit Latexschwamm. Der verwendete Klebstoff konnte abgenommen und die Verfärbung reduziert werden. Die Daguerrotypie wurde mittels Luftdruck und Sauger von losem Schmutz befreit. Anschließend wurde ein neues Deckglas aus chemisch beständigem Glas zugeschnitten und an den Kanten geschliffen. Die Versiegelung erfolgte mittels speziellem Klebeband, welches zur Abdichtung eine Metallschicht besitzt. Abschließend wurde die Papieroberfläche farblich angepasst und abschließend mit der grünen Umrandung versehen. Auf den folgenden Abbildungen ist die Daguerrotypie in den verschiedenen Schritten der Konservierung zu sehen.

DIE KONSERVATORISCE BEARBEITUNG DES FOTOGRAFISCHEN BESTANDES AUS DEM ARCHIV DER SÄCHSISCHEN STAATSTHEATER

Neben der Trockenreinigung von ca. 600 Fotografien gab es in diesem Bestand noch weitere Schwerpunkte während der konservatorischen Bearbeitung.

Ca. 100 Fotografien befanden sich zu Beginn der Maßnahmen auf einem Karton. Diese bestanden aus mehr oder weniger minderwertigen Fasern, welche teilweise bereits zu Veränderungen an Fotoschicht und Papier geführt haben. Die Fotografien wurden entweder an einem oder mehreren Rändern aufgeklebt. Andere wurden vollflächig aufgezogen. Vor allem bei der punktuellen Klebung kommt es zu Verwölbungen rings um die Klebestellen.

DIE RESTAURIERUNG EINER FOTOGRAFIE AUF SILBERGELATINEBARYTPAPIER

Die Fotopostkarte aus einer privaten Sammlung hat deutliche Spuren der Benutzung, wie Knicke, Risse, Fehlstellen der Fotoschicht und Verschmutzungen der Oberfläche und Flecken in der Fotoschicht sowie auf der Papierrückseite.

Vorzustand

Konservierung

Die konservatorische Bearbeitung bestand in diesem Fall aus der Reinigung, der Festigung und Hinterlegung der Risse und Knicke sowie der Konsolidierung der aufstehenden und gerissenen Fotoschicht. Der Zustand nach der Konservierung ist auf dem nachfolgenden Bild zu sehen. Nicht sichtbar ist der deutlich gefestigte Papierträger, der nun nicht mehr an den Knickstellen nachgibt und beim Handling „durchhängt“.

Barytabzug nach der Konservierung

Restaurierung

Die sich anschließenden restauratorischen Maßnahmen umfassen den Aufbau einer Barytschicht und der Retusche, um ein störungsfreieres Betrachten der Fotografie zu gewährleisten. Nach Abschluss der Bearbeitung bleiben die Spuren der Benutzung weiterhin erhalten, wie die in die Fotoschicht eingedrungenen Flecken und die dunkel verfärbten Risse. Der Gesamteindruck ist jedoch wieder einheitlicher, so dass die Risse und Fehlstellen nun nicht mehr vordergründig wahrgenommen werden. Das Betrachten der Fotografie ist somit erheblich verbessert/vereinfacht, da das Auge nicht mehr an den Defekten/Fehlstellen „hängen“ bleibt.

Barytabzug nach der Restaurierung


KULTURPATE DRESDEN

Seit Januar 2019 bin ich Pate bei den Kulturpaten Dresden für die Animations-Künstlerin Judith Andó und freue mich darauf ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um ihre über 120 Unikate im „Nassen Kollodiumverfahren“ bestens geschützt ausstellen zu können. Vor allem geht es aber um die geeignete Archivierung der teils sehr fragilen Objekte, die nur stehend gelagert können.

DIE REINIGUNG UND UMVERPACKUNG VON FOTOGRAFIEN UM 1900 DER STIFTUNG DEUTSCHES TECHNIKMUSEUM

Der Fokus des Projekts lag in der Trockenreinigung und Neuverpackung der rund 300 Fotografien. Diese befinden sich zumeist auf Kartons oder in originalen Passepartouts. Somit stellte sich neben der Oberflächenrenigung der Fotografien mit besonders geeigneten weichen Tüchern auch die Reinigung der Trägerkartons und der Passepartouts als Aufgabengebiet heraus. Einen deutlichen Reinigungseffekt konnte man vor allem an den sich schnell verfärbenden Tüchern und Reinigungsschwämmen nachvollziehen.

Neben der Dokumentation gab es zusätzlich die verschiedenen fotografischen Verfahren zu identifizieren. Diese reichten von Abzügen auf Albumpapieren über Lichtdrucke bis zu Silbergelatinebarytpapieren.