PROJEKTE

DIE BEARBEITUNG EINER PANNOTYPIE (FOTOGRAFIE AUF LEINWAND) AUS DEM MUSEUM FÜR KOMMUNIKATION IN BERLIN

Nach einem Zufallsfund im Archiv des Museums für Kommunikation war die Freude unter den Mitarbeitern groß. Eine lang verschollene Fotografie eines Postillions aus dem Jahr 1855 befand sich zwischen anderen Dokumenten versteckt in einem Briefumschlag. Es handelte sich um eine äußerst seltene Pannotypie – einer Fotografie auf Leinwand. Die Frage nach der zukünftigen Aufbewahrung ließ dieses besondere Objekt den Weg in meine Werkstatt finden. Und so wurde entschieden, dass ein individuell erstelltes Archivierungs-Etui angefertigt werden soll. Vorab stand noch die Konservierung der Pannotypie an.

DIE KONSERVIERUNG EINER DAGUERROTYPIE VON 1848

Zustand

Vor jeder konservatorischen Maßnahme ist die genaue Beobachtung und Einschätzung des Erhaltungszustands notwendig. Das Deckglas ist stark korrodiert, die Versiegelung fast vollständig gelöst. Auf der Oberfläche sind durch Glaskorrosion hervorgerufene Abbauprodukte der Kupferplatte zu erkennen. Darüber hinaus ist die Daguerrotypie in einem sehr guten Zustand. Der Bildinhalt ist sehr klar erkennbar. Hervorzuheben ist die besondere Feinheit der Details. Auf dem Passepartout sind in der linken unteren Ecke braune Klebstoffrückstände zu erkennen. Der rückseitig verwendete Karton ist bereits deutlich verändert, was auf ein wenig stabiles Papier schließen lässt.

Durchgeführte Maßnahmen

Nach dem Öffnen der Versiegelung wurden die Reste einer Umrandung abgelöst und gesichert. Danach erfolgte die Trockenreinigung der Papieroberflächen mit Latexschwamm. Der Klebstoff konnte abgenommen und die Verfärbung reduziert werden. Die Daguerrotypie wurde mit Luftdruck und Sauger von losem Schmutz befreit. Anschließend wurde ein neues Deckglas aus chemisch beständigem Glas zugeschnitten und an den Kanten geschliffen. Die Versiegelung erfolgte mittels speziellem Klebeband. Abschließend wurde die Papieroberfläche farblich angepasst und abschließend mit der grünen Umrandung versehen. Auf den folgenden Abbildungen ist die Daguerrotypie in den verschiedenen Schritten der Konservierung zu sehen.

DIE KONSERVIERUNG DES FOTOGRAFISCHEN BESTANDES AUS DEM ARCHIV DER SÄCHSISCHEN STAATSTHEATER

Neben der Trockenreinigung von ca. 600 Fotografien gab es noch weitere Schwerpunkte während der konservatorischen Bearbeitung. Ca. 100 Fotografien befanden sich zu Beginn der Maßnahmen auf einem Karton. Diese bestanden aus mehr oder weniger minderwertigen Fasern, welche teilweise bereits zu Veränderungen an Fotoschicht und Papier geführt haben. Die Fotografien wurden entweder an einem oder mehreren Rändern aufgeklebt. Andere wurden vollflächig aufgezogen. Vor allem bei der punktuellen Klebung kommt es zu Verwölbungen rings um die Klebestellen.

DIE RESTAURIERUNG EINER FOTOGRAFIE AUF SILBERGELATINEBARYTPAPIER

Die Fotopostkarte aus einer Privatsammlung hat deutliche Spuren der Benutzung, wie Knicke, Risse, Fehlstellen und Verschmutzungen. Vor allem die Flecken im Himmel der Abbildung stören deutlich die Betrachtung.

Vorzustand

Konservierung

Die Konservierung bestand in diesem Fall aus der Reinigung sowie der Festigung und Hinterlegung der Risse und Knicke. Eine wichtige Maßnahme war die Konsolidierung der aufstehenden und gerissenen Fotoschicht. Der Nachzustand ist auf dem nachfolgenden Bild zu sehen. Nicht sichtbar ist der deutlich gefestigte Papierträger, der nun nicht mehr an den Knickstellen nachgibt.

Barytabzug nach der Konservierung

Restaurierung

Die sich anschließende Restaurierung umfasst den Aufbau einer Barytschicht und die Retusche, um ein einfacheres Betrachten der Fotografie zu erreichen. Nach Abschluss bleiben die Spuren der Benutzung weiterhin erhalten. So sind eingedrungenen Flecken und die dunkel verfärbten Risse weiterhin sichtbar. Die Risse und Fehlstellen werden nun nicht mehr vordergründig wahrgenommen. Somit ist das Betrachten der Fotografie erheblich verbessert, da das Auge nicht mehr an den Defekten hängen bleibt.

Barytabzug nach der Restaurierung


KULTURPATE DRESDEN

Seit Januar 2019 bin ich Pate bei den Kulturpaten Dresden für die Animations-Künstlerin Judith Andó. Ich freue mich darauf ihr mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, um die über 120 Unikate im „Nassen Kollodiumverfahren“ bestens geschützt ausstellen zu können. Vor allem geht es aber um die geeignete Archivierung der teils sehr fragilen Objekte, die nur stehend gelagert können.

DIE REINIGUNG UND UMVERPACKUNG VON FOTOGRAFIEN UM 1900 DER STIFTUNG DEUTSCHES TECHNIKMUSEUM

Der Fokus des Projekts lag in der Trockenreinigung und Neuverpackung der rund 300 Fotografien. Diese befinden sich zumeist auf Kartons oder in originalen Passepartouts. Somit war neben der Reinigung der Fotografien mit weichen fusselfreien Tüchern auch die Reinigung der Trägerkartons und der Passepartouts notwendig. Der deutliche Reinigungseffekt konnte vor allem an den sich schnell verfärbenden Tüchern und Reinigungsschwämmen nachvollzogen werden. Dies ist auch auf den nachfolgenden Abbildungen zu sehen. Die Identifizierung der Fotografien war ebenfalls Teil des Auftrgas. Diese reichten von Abzügen auf Albumpapieren über Lichtdrucke bis zu Abzügen auf Silbergelatinebarytpapier. Die Ergebnisse wurden sorgsam dokumentiert.